Ernährung

Was für ein reges Interesse das Thema Ernährung allgemein in der heutigen Zeit erfährt, ist unübersehbar.

In Zeitschriften, in den Medien, aus der Werbung etc. werden wir mit Vorschlägen und Informationen vielfältig versorgt. Wir wissen inzwischen - dank der modernen Wissenschaft (dessen Nutzen unumstritten ist) – über Inhaltsstoffe und Vitamingehalte der einzelnen Nahrungsmittel weitgehendst Bescheid. Die Gesundheitsbewussten unter uns probieren verschiedene Diäten aus, achten auf fettarme Produkte und nehmen vielleicht in Form von Tabletten oder Tropfen Vitamine, Mineralien und Enzyme zu sich, essen fleißig Salat , fettarme Joghurts, Müsli und Vollkornprodukte. Natürlich ist uns längst bekannt, dass zuviel Süßigkeiten usw. unserer Gesundheit abträglich sein kann. Wir verkneifen uns bei Süßgelüsten die Schokolade oder essen zuckerreduzierte mit Süßstoff.

Die moderne Hausfrau (oder Hausmann) hat vorsorglich im Eisschrank lecker aussehende Fertiggerichte, die man in Windeseile in der Mikrowelle auftauen, erhitzen und auf den Tisch bringen kann. In den Supermärkten gibt es Waren aus aller Herren Länder und man kann heute sogar im Winter seinen Gelüsten nach Erdbeeren oder frischgepresstem Orangensaft - der ja unzweifelhaft viele Vitamine besitzt - nachgehen.

Wie verwunderlich mag es uns dann erscheinen, warum wir vielleicht trotzdem an über- oder Untergewicht, an Symptomen wie Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen, Verstopfung, Durchfall o.ä. leiden und uns u.U. einfach saft- und kraftlos fühlen.

Was soll man sich denn nun aus dem reichen Angebot an Vorschlägen, aussuchen ?

Wer alles wahllos in sich "hineinstopft" mag evtl. ahnen, warum es ihm nicht so gut geht. Vielleicht hat er jedoch das Problem, dass er einfach keine Lust mehr auf einseitige Diäten hat oder hat die Feststellung gemacht, dass nach einer "Hungerkur" der sogenannte "Jo Jo-Effekt" eingetreten ist.

Was wäre dann dagegen einzuwenden, wenn man eine Ernährung wählt, die auf einer langen Tradition und Erfahrung beruht und die man am eigenen Leibe wohltuend spüren kann.

Die Fünf-Elemente-Ernährung ist die Umsetzung der Traditionellen Chinesischen Ernährungslehre für unsere westliche Kultur, d.h. sie ist verknüpft mit heutigen Erkenntnissen.

Das Prinzip dieser Ernährung versteht sich als ganzheitlich. Die Fünf Elemente sind im gesamten Kosmos (Makrokosmos) anzutreffen, folglich auch in unserem Körper (Mikrokosmos). Deshalb geht es um mehr als nur um Inhaltsstoffe und Vitamingehalte einzelner Lebensmittel. Sie werden nach der thermischen Wirkung (neutral, erfrischend, kalt, warm und heiß) zugeordnet.

In der chin. Heilkunde spielt auch die Energie der Nahrung eine große Rolle und beeinflusst aufgrund dessen unsere körperliche als auch unsere seelische Verfassung. Jedes Nahrungsmittel hat aufgrund ihrer Geschmacksrichtung einen Bezug auf unsere Organe. Durch das Kochen im Zyklus der 5 Elemente werden alle Organe berücksichtigt und sozusagen "gefüttert". Eine Mahlzeit sollte alle Fünf Elemente beinhalten und möglichst in einer bestimmten Reihenfolge zu den Speisen hinzugefügt werden.

"Eine starke Mitte" spielt eine große Rolle für unsere Gesundheit.

Das Element Erde ist das Zentrum im kosmischen Weltbild, also ist die Erde auch die Mitte des menschlichen Organismus. Magen, Milz und Bauchspeicheldrüse gehören zu diesem Element. Dort wird aus dem, was wir zu uns nehmen, das sogenannte Nahrungs-Qi gewonnen, um den Organismus zu erneuern und zu verjüngen. Es sollen aber auch alle nicht verwertbaren Anteile der Nahrung ausgeschieden werden. Aus diesem Grunde brauchen wir die mild-süßen, nährenden Anteile wie Fett, Eiweiß und vollwertige Kohlehydrate. Diese "schwer verdaulichen Nährstoffe" werden mit Hilfe aromatischer Zutaten der vier anderen Elemente bekömmlich gemacht.

Bittere Salate u. Kräuter, die für die Fettverdauung notwendig sind, gehören zum Feuerelement. (Organbezug Herz, Dünndarm)

Scharfe Gewürze und Gemüse, die den Stoffwechsel anregen, sind im Metallelement zu finden. (Organbezug Lunge, Dickdarm)

Mineralreiche Nahrung, wie hochwertiges Salz, Meeresfrüchte u.-Algen sind dem Wasserelement zuzuordnen. (Organbezug Niere, Blase)

Enzymreiche Nahrungsmittel wie Essig, frische Kräuter, Zitrone, Sprossen, Blattsalate, gehören zum Holzelement. (Organbezug Leber, Galle)

Die chin. Ernährungslehre berücksichtigt den Wechsel von Yin und Yang, der sich sowohl im Ablauf eines Jahres als auch im Ablauf unseres Lebens zeigt, d.h. die Ernährung sollte nach den Jahreszeiten, Tageszeiten und dem Lebensalter ausgerichtet sein.

(Haben das nicht schon unsere Mütter oder Großmütter befolgt, indem sie das kochten, was die Natur gerade anbot?)

Die beiden Wurzeln des Menschen Yin (Lebenssaft) u. Yang (Lebenskraft) erschöpfen sich naturgemäß, je älter man wird. Saft und Kraft schwindet mit dem Alterungsprozess.

Damit dieser Vorgang nicht vorzeitig vonstatten geht oder um ihn sogar hinauszuzögern, ist es wichtig, diese beiden Wurzeln zu nähren und zu unterstützen.

Die Ernährung ist hierfür ein geeignetes Mitte. Deshalb sollten alle Speisen gleichmäßig erwärmende – yanginisierende- und kühlende – yinisierende- Anteile enthalten.

Yinisierend ist alles Milde wie saftige Gemüse, alle Salate, Obst- und Milchprodukte ..

Yangisierend ist alles Aromatische wie Gewürze, Kräuter, Zwiebelgewächse, Rind-, Lammfleisch, pikante Eintöpfe ..

Yang – Lebenskraft
Diese Energie sorgt für Vitalität, einer guten Abwehr, Spannkraft, Konzentration, Tatendrang und Begeisterung, Potenz, Libido

Yin – Lebenssaft
Diese Energie gewährleistet, dass wir körperlich und geistig zur Ruhe kommen. Eine ausreichende Bildung von Blut und Körpersäften verhilft dem Menschen zu innerer Ruhe, gutem Schlaf und Erholung, da sie den Organismus kühlen und befeuchten. Hitzige Emotionen können aufgefangen werden.

Alles in allem ist eine gute Qualität der Nahrungsmittel erforderlich, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Wer schon vorher Spaß am Kochen hatte, wird es noch mehr genießen, wer erst damit anfangen möchte, wird sich vielleicht durch den Geschmack und durch die Wirkungsweise überzeugen lassen, dass Gutes Kochen die Lebensqualität erheblich erhöhen kann.